Das Fräulein von Scuderi, E.T.A. Hoffmann
Erzählung aus dem Zeitalter Ludwig des Vierzehnten
ungekürzte Textfassung, gelesen von Mechtild Hobl-Friedrich
Im Paris von 1680 geht die Angst um: Immer wieder werden galante Liebhaber auf dem nächtlichen Weg zu ihren Damen ihrer Geschmeide beraubt und erstochen. – «Ein Liebhaber, der Diebe fürchtet, ist der Liebe nicht würdig.» – so der trockene Kommentar der Mademoiselle de Scuderi, als der König ihren Rat erfragt. Doch dann wird diese angesehene, schon etwas ältere Dame selbst in die Geschichte verwickelt ...
E.T.A. Hoffmann (1776 – 1822) führt mit ungewöhnlicher erzählerischer Virtuosität über die Vordergrundhandlung der historischen Szenerie und über die Rolle der Scuderi hin zur Zentralfigur des Goldschmieds, der jedoch bis zur Aufklärung seiner Verbrechen in zwielichtigem Dunkel bleibt.
Der Dichter greift in dieser Erzählung ein naturphilosophisches Thema seiner Zeit auf und zeigt durch die Darstellung schicksalhafter Verflechtungen, wie sich ein Schicksal vollendet, das unheilvollen, dämonischen Mächten rätselhaft unterworfen ist.
Die Titelfigur, Madeleine de Scudéry, starb nach einem erfüllten Leben 1701 in Paris im hohen Alter von fast 94 Jahren. Sie verfasste Frauenporträts, zwei zehnbändige Romane, Novellen, Konversationsbände und Lyrik. Ihre feingeistigen «Samstagsgespräche» in ihrem Salon, in dem sich die literarische Welt traf, waren legendär.
Mechtild Hobl-Friedrich, Germanistin und Theaterwissenschaftlerin, hat sich als vielseitige Moderatorin und Rezitatorin einen Namen gemacht. Ihre intensive Beschäftigung mit E.T.A. Hoffmann wird durch ihre Interpretation der Erzählung dokumentiert.
Der Text folgt E.T.A. Hoffmann «Werke in fünfzehn Teilen»; herausgegeben von Georg Ellinger.
Siebenter Teil: Die Serapionsbrüder. Dritter Band. Berlin 1912
3 Audio-CDs, Laufzeit: 3:37 Std.
Preis: 30.00 CHF
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